Die Blockchain ist eines der meistdiskutierten Technologien der letzten Jahre. Dieser Artikel ist der 1. Teil der Serie “Die Revolution ist da, Zeit sie zu begreifen – Warum wir uns mit Blockchain, Web3.0 und DAOs beschäftigen?” Aber starteten wir zunächst mit den Basics.
1. Was ist die Blockchain?
Vermutlich muss man die Technologie heutzutage gar nicht mehr erklären, aber am einfachsten kann man sich die Blockchain wohl als eine Datenbank vorstellen – also eine Speicherinfrastruktur für Daten -, die sowohl durch Verschlüsselung als auch durch Dezentralisierung gesichert ist. Mit vielen Kopien, die über unterschiedliche physische Standorte verteilt sind und alle gleichzeitig auf dem neuesten Stand gehalten werden, können Änderungen an den Daten nur vorgenommen werden, wenn ein bestimmter Konsens darüber besteht, dass dies auch korrekt ist.
Diese Art der Datenverwaltung und -sicherung kann überall dort eingesetzt werden, wo eine gemeinsame Datenbank benötigt wird, auf die verschiedene Personen oder Organisationen zugreifen und sie nutzen können. Das Besondere dabei ist, dass die Sicherheit der Daten rein technisch durch Mathematik (in dem Fall Kryptographie) gewährleistet wird, anstatt sich lediglich auf die Vertrauenswürdigkeit derjenigen Person zu verlassen, in deren Händen sich die Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt befinden.
Dadurch eignet sich die Blockchain für jegliche Arten von Transaktionen, bei der Werte und Zeitstempel sicher aufgezeichnet werden müssen, und ist daher besonders für Finanzdienstleister interessant. Sie ist jedoch auch für jeden Prozess nützlich, bei dem die Bewegung von Daten zwischen Parteien verfolgt werden muss, und kann daher in den Bereichen Handel, Lieferkette, Logistik und Herkunft eingesetzt werden.
2. Wo befinden wir uns in der Entwicklung?
Für jeden der sich auch nur peripher für Technologie und Innovation interessiert, wird der von der Beratungsagentur Gartner entwickelte Hype Cycle ein Begriff sein. Das Denkmodell hilft dabei einen Hype vom kommerziell Machbaren zu unterscheiden und – soweit möglich – festzustellen, wann eine neue Technologie bzw. Innovation sich durchsetzen und damit rentabel wird. Dabei durchläuft jede Innovation insgesamt vier Phasen:
Technologischer Auslöser: Ein potenzieller technologischer Durchbruch bringt die Dinge ins Rollen. Frühe Proof-of-Concept-Stories und Medieninteresse lösen eine große Öffentlichkeitswirkung aus. Oft gibt es aber noch keine brauchbaren Produkte und die kommerzielle Überlebensfähigkeit der Technologie ist nicht bewiesen.
Gipfel der überzogenen Erwartungen: Die frühe Öffentlichkeitsarbeit bringt eine Reihe von Erfolgsgeschichten hervor – oft begleitet von einer Vielzahl von Misserfolgen. Einige Unternehmen ergreifen Maßnahmen; viele tun es nicht.
Tal der Enttäuschungen: Das Interesse erlahmt, wenn Experimente und Implementierungen nicht erfolgreich sind. Die Hersteller der Technologie werden bereinigt oder scheitern. Investitionen werden nur dann fortgesetzt, wenn die überlebenden Anbieter ihre Produkte zur Zufriedenheit der Early Adopters verbessern.
Pfad der Erleuchtung: Es kristallisieren sich immer mehr Beispiele für den Nutzen der Technologie für das Unternehmen heraus und werden immer besser verstanden. Produkte der zweiten und dritten Generation erscheinen von Technologieanbietern. Mehr Unternehmen finanzieren Pilotprojekte; konservative Unternehmen bleiben zurückhaltend.
Plateau der Produktivität: Die Mainstream-Einführung beginnt zu laufen. Die Kriterien für die Bewertung der Rentabilität von Anbietern sind klarer definiert. Die breite Marktanwendbarkeit und Relevanz der Technologie zahlt sich aus.
Jüngst hat Gartner ein Update des Hype Cycles für die Blockchain Technologie gemacht:
Die wichtigsten Treiber, die für die weitergehende Anwendung der Blockchain Technologie sprechen, sind hiernach:
- Bitcoin wurde zum Mainstream, so z.B. die Einführung des Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel in El Salvador im Juni 2021.
- Die Anwendung von Distributed-Ledger-Technologien (DLTs) für den Geldverkehr in Zahlungsnetzwerken, Banken und sozialen Netzwerken, wobei die erwartete Einführung von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) einen wichtigen Einflussfaktor darstellt.
- Dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) bieten wesentlich größere finanzielle Vorteile als das traditionelle Finanzwesen. Zentralisierte Unternehmen wie Hedgefonds machen sich dies bereits zunutze.
- Tokenisierung von Vermögenswerten, einschließlich des explosiven Wachstums von NFTs und DeFi-Tokens, und das Versprechen, dass Token in Zukunft mit physischen Vermögenswerten verbunden sein werden.
- Neue Blockchain-Technologien wie Solana, Polygon, Cardano, Algorand, Avalanche, Cosmos bieten praktikable und kostengünstige Alternativen bzw. Updates zur Ethereum-Transaktionskette.
- Monumentale Fortschritte bei der Interoperabilität von Blockchains, einschließlich Gateways und Abstraktions-Middleware, die bereits heute von DeFi-Anwendungen genutzt werden.
- Blockchain-Migration von der Proof-of-Work-Konsensmethode (POW), die immer noch für Bitcoin verwendet wird, zu energieeffizienteren Konsensmethoden wie dem Proof of Stake (PoS). Die laufende Aktualisierung von Ethereum führt diesen Trend an.
Dennoch ist das Bild nicht nur positiv, denn es zeigen sich auch zahlreiche Herausforderungen auf, darunter:
- Die Akzeptanz von genehmigten Blockchains geht viel langsamer voran. Einige Anwendungsfälle – insbesondere im Bereich der Lieferkette und der authentifizierten Herkunft – profitieren von der Ledger-Technologie. Die meisten Nutzer haben jedoch Schwierigkeiten, ihre Anwendungsfälle auf die Technologie abzustimmen.
- Globale Vorschriften und Rechnungslegungsstandards müssen geklärt werden, bevor die meisten Unternehmen Kryptowährungen einführen
- China geht weiterhin rigoros gegen Krypto-Aktivitäten vor, während es daran arbeitet, seine eigene CBDC zur weltweit dominierenden Währung zu machen.
Weiter zu Teil 2: Was ermöglicht die Blockchain?
